Argumente für Studiengebühren
admin am 29. Okt 2007
Das wohl stärkste und am häufigsten bemühte Argument für Studiengebühren ist die finanzielle Situation vieler Hochschulen. Die öffentlichen Kassen sind leer, eine Förderung und Ausstattung der Hochschulen mit Landes- und Bundesmitteln allein nicht mehr tragbar. Darüber hinaus haben andere Länder gezeigt, dass Studiengebühren auch sozial verträglich gestaltet werden können. Nach Einführung der Studiengebühr in anderen Ländern ist die Zahl der Studierenden nicht zurückgegangen. Allerdings sank in diesen Ländern der Anteil der Studierenden aus Unter- und Mittelschicht.
Viele Befürworter von Studiengebühren konstatieren, dass Studiengebühren helfen könnten, vorhandene Ungerechtigkeiten des Bildungssystems abzubauen. Zudem sollen sie verbindlich nur den Hochschulen zufließen und damit Lernbedingungen verbessern und Einflussmöglichkeiten der Studierenden erhöhen.
Gern werden auch andere Ländern zum Vergleich herangezogen: so stimmt es tatsächlich, dass viele (nicht alle!) anderen Industrienationen bereits Studiengebühren eingeführt haben. Gerade die Bildungsspitzenreiter in Skandinavien erheben jedoch keine Studiengebühren, was das Argument stark abschwächt. Zudem können Studiengebühren laut ihrer Befürworter helfen, zielgerichteter zu Lernen und zügigere Abschlüsse abzulegen.
Die letzten beiden Argumente pro Studiengebühren betreffen ihre Finanzierung: zum einen sollten sich private Haushalte weit mehr als bisher geschehen an den Kosten eines Studiums beteiligen. Zum anderen geht man davon aus, dass wer studiert später auch mehr verdient. Insofern wäre es nur gerecht, wenn man dafür heute finanziell aufkommen würde.
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